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Back-Action-Klammer
Back-Action-Klammer Gussklammer mit sattelferner Abstützung, sie strahlt von rückwärts (back action) in das Retentionsfeld des sattelfernen gingivalen Quadranten des Pfeilerzahnes ein

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Bakterien
Bakterien Sie sind die kleinste einzellige Mikroorganismen (Prokaryonten, niedere Protisten), die sich durch Spaltung vermehren ("Spaltpilze" = Schizomyzeten); sie sind meist frei von Chlorophyll u. Plastiden, jedoch ausgestattet mit einem Kernäquivalent anstelle des chromosomenhaltigen Kerns der Karyonten u. mit einer hochdifferenzierten Zellwand sowie mit Ribosomen, Geißeln u. Fimbrien, als "bekapselte" B. ferner mit einer (Schleim-)Kapsel. Sie sind kugelig, stäbchenförmig oder schraubig (Kokken bzw. Spirillen) .Man unterscheidet nach der Art der Energiegewinnung als - obligat oder fakultativ - aerobe u. anaerobe Bakterien (Aerobier bzw. Anaerobier); ferner als geißellose = atriche Bakterien bzw. - nach ihrer Begeißelung - als lophotriche Bakterien und als peritriche Bakterien (mit endständigem Geißelbündel bzw. Geißeln an beiden Seiten).

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Balancekontakt
antagonistischer Zahnkontakt auf der Nichtarbeits- oder Balanceseite während einer Seitwärtsbewegung des Unterkiefers (Mediotrusionsbewegung).

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Balkwill-Winkel
Neigung des Bonwill Dreiecks gegen die Kauebene im Artikulator.

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Basen
alkalisch reagierende (pH > 7), in wässriger Lösung OH-Ionen abspaltende Verbindungen, die Lackmus blau, Methylorange gelb u. Phenolphthalein tiefrot färben, "laugig" schmecken u. unter Salzbildung durch Säuren neutralisiert werden. Unterschieden als anorganische Base (Metallhydroxide) u. als organische Base (z.B. Amine). Nach der Anzahl der durch Säurereste ersetzbaren OH-Gruppen bezeichnet als einsäurig (= einwertig) bzw. mehrsäurig (= mehrwertig).

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bedingt abnehmbar
Zahnersatz, der zerstörungsfrei vom Zahnarzt, jedoch nicht vom Patienten entfernt werden kann. Prothesenanteile sind in der Regel mit Schrauben an festsitzenden Teilen des Zahnersatzes befestigt.

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Befestigungskomposite
Dienen zur Eingliederung von Keramik- oder Kunststoffinlays sowie Veneers bestimmte monomere Dimethacrylate, gefüllt mit Glas- oder Quarzpartikeln. Gelegentlich wird auch die Bez. "Kunststoffzement" verwendet. Als "Befestigungskunststoffe" werden ähnliche Zubereitungen für das Eingliedern von Adhäsivbrücken bezeichnet.

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Befestigungszemente
Sie dienen zur Fixierung von festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) u. Gussfüllungen. Die Retentionswirkung beruht bei den Zinkoxid-Phosphat- u. EBA-Zementen überwiegend auf deren Festigkeit im abgebundenen Zustand, die eine Gleitbewegung der den Zementspalt begrenzenden Flächen gegeneinander verhindert; dieser Mechanismus greift somit nur an zur Abzugsrichtung möglichst parallelen Flächen u. setzt zudem eine Mindestrauhigkeit der Grenzflächen voraus. Carboxylat- u. Glasionomerzemente können zusätzlich an der Zahnhartsubstanz, auch an metallischen Flächen haften; das Entfernen einer gut zementierten Restauration führt meistens zu deren Zerstörung. Provisorische Zemente (z.B. Zinkoxid-Eugenol-Zemente) sind dementsprechend weniger hart, so dass ein wiederholtes Abnehmen einer Restauration ohne Beschädigung möglich ist.

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Befunderhebung
Erhebung objektivierbarer Befunde des Patienten, wird unterteilt. 1. kieferorthopädische die Erkennung u. Beurteilung von dentoalveolären, skelettalen, funktionellen uund psychologischen Abweichungen, die für eine kieferorthopädische Diagnose u. Behandlungsplanung erforderlich sind. 2. parodontologische im Rahmen einer systematischen Parodontaltherapie notwendige Erstellung von Röntgenbildern, Modellen u. dem Parodontalstatus. Die daraus erkennbaren Befunde bilden die Grundlage für die Planung einer Parodontalbehandlung. 3. zahnärztliche Die extraorale Befunderhebung bezieht sich auf die Untersuchung der Lymphknoten, Nervenaustrittspunkte u. der Kaumuskulatur; die intraorale Befunderhebung umfasst die Untersuchung der Mundschleimhaut, der knöchernen Strukturen, der Weichgewebe der Mundhöhle, der Speichelsekretion sowie die Erhebung des Zahnstatus. Unter anderem ist eine Röntgenaufnahmen und eine Funktionsanalyse erforderlich. Zusammen mit der Anamnese wird die Diagnose und der Behandlungsplan erstellt. Sie unterliegt der Aufzeichnungspflicht.

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Belastungsabformung
Oder Kompressionsabdruck; Abformmethode mit bewusster Belastung (Kompression) der Schleimhaut des späteren Prothesenlagers, um den späteren Funktionszustand der Schleimhaut unter der Prothesenbasis zu simulieren. Dazu sind steife Abformmassen (z.B. Kompositionsmassen) notwendig.

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Belüftungselement
Konzentrationselement in einem Elektrolyten mit ortsabhängigem Sauerstoffgehalt; die Korrosion erfolgt bevorzugt bis ausschließlich in den sauerstoffarmen Bereichen.

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Benetzung
der innige Kontakt einer Flüssigkeit mit der Oberfläche eines Festkörpers. Gute Benetzbarkeit resultiert aus einer starken Wechselwirkung der Atome/Moleküle der Flüssigkeit mit denen des Festkörpers (Oberflächenspannung) und ist gleichbedeutend mit starker Adhäsion.

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Bennett Norman Godfrey (1870-1947, Kieferchirurg, London)
Er analysierte die Bewegung des seitliches Versetzens des Laterotrusionskondylus während einer Laterotrusionsbewegung des Unterkiefers; oft in einen "initialen" und einen "progressiven" Bereich unterteilt; ausgeprägter "initialer" Versatz wird als "immediate side shift" bezeichnet. Als Bennettwinkel bezeichnet man in der Horizontalebene gemessener Winkel zwischen der Sagittalrichtung und der Verbindungslinie vom Startpunkt zu einem Punkt auf der Mediotrusionsbahn des Kondylus.

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Beryllium - Be
silbriges, hartes Metall mit hexagonalem Kristallgitter; Dichte: 1,9 g/cm©¯; Schmelzpunkt 1277°C. Bestandteil einiger aufbrennfähiger Nickellegierungen zur Verbesserung der Gießeigenschaften. Aus gesundheitsprophylaktischen Gründen (Gefährdung vorwiegend durch Stäube während der Verarbeitung) dürfen Be-haltige Dentallegierungen nicht mehr verwendet werden.

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Beschleifen
Abtragen von Schmelz und Dentin durch rotierende Schleifkörper zur Präparation eines Kronenstumpfes.

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Betäubungsmittel
chemisch u. pharmakologisch sehr unterschiedliche, dem Betäubungsmittelgesetz unterliegende Wirkstoffe, die sowohl "betäubende" als auch erregende, immer aber suchterzeugende Eigenschaften haben. Beispiele: Analgetika wie Morphin (inkl. Opiumzubereitungen), Levomethadon, synthetische Opioide wie Pethidin, Pentazocin, Tilidin, Buprenorphin sowie die für Prämedikation u. Anästhesie gebrauchten Stoffe Droperidol u. Fentanyl; zentral erregende Stoffe wie Amphetamin, das Lokalanästhetikum Cocain; nicht verschreibbare Suchtmittel wie Diamorphin (Heroin), Lysergid (LSD), Mescalin u. die Wirkstoffe des Haschisch (Cannabinole).

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Bezugspunkte, kephalometrische
Das sind Punkte, die bei der Auswertung von Fernröntgenseitenbildern als Referenz benutzt werden. Man unterscheidet anatomische Bezugspunkte (auffindbar anhand anatomischer Strukturen) u. geometrische oder konstruierte Bezugspunkte, die keiner anatomischen Struktur direkt zuzuordnen sind. Darüber hinaus gibt es mediane Bezugspunkte, die eindeutig auffindbar sind, weil sie nur einmal vorkommen, u. bilaterale Bezugspunkte, die aus einer Überlagerung konstruiert werden müssen, z.B. am Unterkieferwinkel.

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Biaggi Gelenk
Scharniergelenk, das die Drehbewegung eines Freiendsattels um eine horizontale Achse ermöglicht

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Bicuspidatus
zweihöckriger Seitenzahn oder Prämolar

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Bienenwachs
Das ist ein tierisches Wachs, Sekret der Honigbienen; Estergemisch des Myricylalkohols (C31H63OH) mit Palmitin- (C15H31COOH) u. Ceratinsäure (C25H51COOH), dazu immer Verunreinigungen. Gereinigtes Bienenwachs ist Bestandteil der Modellierwachse.

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Bifurkation - Gabelung
1. Übergang von einer zur anderen Wurzel bei Unterkiefermolaren (Furkation). Sofern sie bei einer Parodontalerkrankung sichtbar frei zugänglich ist, sind besondere parodontalchirurgische Maßnahmen erforderlich; 2. die Aufzweigung der Aorta bzw. der Luftröhre.

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bimaxillär
den Ober- u. Unterkiefer betreffend, z.B. bei der Abformung

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Bimler Hans-Peter (*1916, Kieferorthopäde, Wiesbaden)
Analyse umfangreiche kieferorthopädische Analyse, die eine Fazialformel zu 10 kephalometrischen Faktoren in Beziehung setzt, die Auskunft gibt über den Profilwinkel (mesio-, disto-, neutrobasale Kieferrelation), Clivus-Mandibularebenenwinkel (Tief-, Lang-, Durchschnittsgesicht) u. den Fazialindex (Verhältnis Gesichtshöhe zu Gesichtstiefe). Der Gebissformer von Bimler ist ein sehr graziler Aktivator, bei dem Ober- u. Unterteil elastisch miteinander verbunden sind (Einstückgerät); zur Behandlung von Kieferanomalien mit Eng- oder Schrägfront, oberer Steilfront oder progener Verzahnung.

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Bimsstein - Pumex
poröse, glasig erstarrte Lavamasse; an Kieselsäure reiches Gemisch unterschiedlicher Silikate. In pulverisierter Form als Polier- u. Schleifmittel.

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Bindegewebe - Textus connectivus
das aus Bindegewebszellen und aus Interzellularsubstanz bestehende Gewebe als Grundtyp der Körpergewebe mit Ursprung im Mesoderm; und zwar als Füllgewebe organfreier Räume, als Hüllgewebe (in Organkapseln), Gleitgewebe, Gerüstgewebe der Organe (Stroma), als Speichergewebe (Fettgewebe) sowie als Muttergewebe der Stützgewebe (Knochen-, Knorpelgewebe).

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Bindegewebstransplantat
mit Bindegewebe verstärkter Schleimhautlappen zur Defektdeckung von enossalen Implantaten; verhindert die postoperative Freilegung des Implantathalses.

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Biodent®
Handelsname für Keramikzähne und Keramikmassen und für das Zahnfarbsystem

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Biokompatibilität
1. die Eigenschaft von Substanzen (z.B. Zahnersatz, Füllungsmaterialien), bei Kontakt mit Körpergeweben keine oder nur geringe Reaktionen auszulösen. 2. Gewebsverträglichkeit von Implantatmaterialien im direkten Kontakt mit dem Knochen. Der Grad der Biokompatibilität wird bezeichnet mit: biotolerant, bioinert u. bioreaktiv.

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Bionator oder Balters Gerät
funktionskieferorthopädisches Gerät mit reduzierter Basis zur Therapie von Fehlstellungen nach Angle Klasse I bis III, insbesondere, um einen gestörten Lippenschluss und Zungendysfunktionen zu beseitigen.

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Bios-Klammer
nach einem speziellen System hergestellte Gussklammer; dieses besteht aus speziellen Materialien u. Geräten für die Herstellung von Modellgussprothesen und erlaubt die Berechnung von Haltekräften einer nach diesem System angefertigten Gussklammer. Materialien u. Dimensionen des Klammersystems sind auf die Werkstoffeigenschaften von CoCr-Legierungen abgestellt.

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Bioverträglichkeit
Verträglichkeit durch den Körper

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Bis-GMA
Bisphenol-Glycidylmethacrylat, Bowen Formel Dimethacrylat, das erstmals von Bowen mit Zusatz von anorganischen Partikeln in der Matrix von Kompositen eingesetzt wurde u. nach wie vor in den meisten Kompositen und auch in Versieglern enthalten ist.

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Bisphenol
Di-Hydroxyphenyl-Propan; Bestandteil des Bis-GMA-Moleküls in Kompositen und Versieglern, kann (in unbedeutenden Mengen) aus der Innenlackierung von Konservendosen abgegeben werden. Die Aufnahme von Bisphenol in hohen Dosen kann östrogenähnliche Effekte auslösen.

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Bisphenol-A-Glycidylether
Ether des Bisphenol A mit struktureller Ähnlichkeit zu Bis-GMA, dem Monomer in Kompositen. Der Gehalt darf in Lebensmittelkonserven 1 mg/kg nicht überschreiten.

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Biss
die Okklusion, das Zusammentreffen der Ober- u. Unterkieferzähne. Abweichungen von der Normalbisslage werden nach Ursache und /oder Form beschrieben. Als geschlossener B. zeichnet er sich durch weitgehenden Kontakt der meisten Zahnberührungsflächen aus, während bei Bissanomalien ein Schlussbisskontakt nur bestimmter Zahngruppen besteht, z.B. bei der vertikalen Anomalie (offener Biss) ein Kontaktmangel im Front- oder Seitenzahngebiet, bei der vertikalen (u. sagittalen) Bissanomalie ein Kontaktmangel im Vorder- oder Seitenzahnbereich infolge zu tiefen Zusammenbisses. Biss - alveolär offener auf eine relative Infraokklusion oder Infraposition zur Okklusionsebene insgesamt entsteht; ätiologisch ist in vielen Fällen eine Zusammenhang mit einem Habit (v.a. Lutsch-, Schluck-, Zungenhabit) gegeben. Kennzeichnend ist weiterhin eine relative Unterentwicklung des Alveolorfortsatzes im Bereich des offenen Bisses Biss - frontal offener Man unterscheidet den lutschoffenen vom skelettal offenen Biss, wobei ersterer im frühen Milch- u. Wechselgebiss auftritt (meistens asymmetrisch). Der skelettal offene Biss kann auf einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Erkrankung beruhen, genetisch determiniert sein oder an einer Störung des Mineralstoffwechsels liegen, die sich in einem Lyra-Gaumen vertikaler Nonokklusion, Deformation des Viszerokraniums unter anderem äußert. Primärtherapie: chirurgisch. Ungünstige Prognose. Biss gnathisch offener Kennzeichnend ist die korrekte vertikale Position der Zähne, bezogen auf die Okklusionsebene des Einzelkiefers. Die Okklusionsebenen von Ober- u. Unterkiefer divergieren aufgrund einer insgesamt stark vertikalen (dolichofazialen) Wachstumsrichtung derart, dass es zu einem offenen Biss kommt. Eine dentale Kompensation ist schwierig; häufig führen nur chirurgische Eingriffe, in der Mehrzahl am Oberkiefer, zu einer dauerhaften Korrektur. Biss iatrogen offener durch kieferorthopädische Behandlung (z.B. unkontrollierte Bisshebung) ausgelöster o. B. Biss lutschoffener offener B. aufgrund ausgedehnten Daumen- oder Fingerlutschens, meist frontal offen mit stark protrudierter Oberkieferfront, häufig auch mit Retrusion der Unterkieferfront. Biss offener vertikale Nonokklusion, gekennzeichnet durch Infraposition einzelner Zahngruppen ; wird unterschieden in den echten (skelettal offenen), lutsch- u. iatrogen offenen Biss sowie in den frontal und seitlich offenen Biss. Ursachen sind oft Finger- oder Daumenlutschen (lutschoffener Biss) sowie abnorme Gewohnheiten wie starker Zungendruck oder ähnliches Biss tiefer /Tiefbiss, vertikaler Überbiss, vergrößerter Overbite vertikaler Frontzahnüberbiss von > 3 mm (normal 1,5-2 mm); die unteren Schneidekanten können die Gaumenschleimhaut berühren oder sogar eindrücken. Häufiges Symptom bei Dysgnathien der Angle* Klasse II/2 sowie beim Deckbiss. Ätiologie: vererbt (skelettaler Tiefbiss), Nichtanlage von Zähnen sowie frühzeitiger Milchzahnverlust mit reduzierter physiologischer Bisshebung, Rücklage des Unterkiefers etc. Ziel einer Tiefbissbehandlung ist eine erfolgreiche Bisshebung, entweder aktiv durch Intrusion der abgewichenen Schneidezähne u. Extrusion der Seitenzähne oder durch passive Bisshebung während des Wachstums, z.B. mit funktionskieferorthopädischen Geräten (Aktivator, Bionator).

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Bissanomalie
Abweichungen vom Neutralbiss der Zahnreihen. Ursachen sind Vererbung, Krankheiten (z.B. Rachitis), Traumata, vorzeitiger Zahnverlust, Habits u. Parafunktionen wie z.B. Daumenlutschen, Zungenpressen etc. a) Abweichungen in sagittaler Richtung (Bezugspunkte sind die beiden ersten Molaren u. die Eckzähne): Distalbiss (Unterkiefer liegt im Relation zum Oberkiefer zu weit hinten) u. Mesialbiss (Unterkiefer liegt in Relation zum Oberkiefer zu weit vorn); b) Abweichungen in horizontaler Richtung: Kreuzbiss u. Nonokklusion; c) Abweichungen in vertikaler Richtung: Tiefbiss, Kopfbiss und offener Biss.

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Bisshebung
1. physiologische Veränderung der vertikalen Distanz zwischen Ober- u. Unterkieferbasis: 1. Bisshebung im Alter von 14-18 Monaten bei Durchbruch der ersten Milchmolaren; 2. Bisshebung im Alter von ca. 6 Jahren bei Durchbruch der ersten Molaren; 3. Bisshebung mit Prämolarenwechsel und Einstellung der 2. Molaren im Alter von ca. 10-12 Jahren; 2.therapeutische Bisshebung durch kieferorthopädische Maßnahmen. 3.prothetische Bisshebung (durch Aufbissschienen oder entsprechend gestalteten Zahnersatz), wenn durch Abrasion oder Zahnverlust eine Bisssenkung vorliegt;

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Bisshöhe
vertikale Kieferrelation: Abstand von Oberkiefer- u. Unterkieferbasis in Schlussbissstellung. Zur Bestimmung der Bisshöhe im Rahmen der Totalprothetik werden die Ruhelage und Sprechproben herangezogen.

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Bisslage
sagittale Lagebeziehung der Kieferbasen zueinander. Sie kann zuverlässig nur anhand von Fernröntgenseitenbildern bestimmt werden. Einteilung: Skelettale Klasse I: die Normbeziehung. Skelettale Klasse II: Der Unterkiefer liegt in Relation zur Norm deutlich dorsal des Oberkiefers. Skelettale Klasse III: Der Unterkiefer liegt in Relation zur Norm ventral des Oberkiefers (Progenie). In den verschiedenen Fernröntgenanalysen werden jeweils unterschiedliche Referenzpunkte und -ebenen benutzt.

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Bisslagekorrektur
alle therapeutischen Maßnahmen, die auf die Einstellung einer normgerechten Bisslage (skelettale Klasse I) hinwirken sollen. Beispiele sind: funktionskieferorthopädische Geräte, Vorschubdoppelplatten, Funktionsregler nach Fränkel, spezielle Einsatzformen des Headgears

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Bissschablone
Hilfsmittel zur Bestimmung der Kieferrelation. Es liegt der Kieferschleimhaut auf und hat etwa dieselbe Ausdehnung wie die spätere Prothese. Sie bestehen aus thermoplastischen Materialien oder Kunststoffen und tragen Wachs- oder Kunststoffwälle.

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Bisssenkung
Reduktion der vertikalen Distanz zwischen Ober- u. Unterkiefer durch extreme Abrasion oder Stützzonenverlust.

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Bisswall
Teil einer Bissschablone, aus Wachs geformt, wobei die Position der Zähne bei der Kieferrelationsbestimmung simuliert wird.

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Blockseigerung
Konzentrationsgefälle in einem aus einer Legierung gegossenen metallischen Werkstück , wenn insbesondere bei schneller Abkühlung die Erstarrung nicht überall gleichzeitig erfolgte, sondern etwa an den (kälteren) Wänden der Gussform begann und erst später das Zentrum erreichte. Da die aus Legierungsschmelzen zuerst erstarrenden Kristalle eine andere Zusammensetzung haben als die Schmelze, wird deren Zusammensetzung durch Verarmung an überschüssig ausgeschiedenen Komponenten ebenfalls verändert, so dass die zuletzt erstarrenden Kristallite (im Zentrum des Blockes) eine andere Konzentration haben als die zuerst erstarrten. Wegen ihrer geringen Dimension bei dentalen Gussstücken ohne praktische Bedeutung.

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Bohrer
in verschiedenen ISO-Größen (ISO) genormte, rotierende Schneidinstrumente aus Stahl, Titan oder Wolframcarbid, deren spanhebender Arbeitsteil zylindrisch, konisch oder rund geformt ist. Der Einsatz erfolgt in Hand- oder Winkelstücken bzw. Turbinen;

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Bonefit®-Implantat
enossales Titanimplantat in Schrauben-, Hohlzylinder- oder Hohlschraubenform, teils mit Oberflächenbeschichtung; wurde zum ITI-System weiterentwickelt.

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Bonwill Dreieck
Dreieck aus der Verbindung der beiden Kondylenmittelpunkte u. dem (unteren) Inzisalpunkt Nach Bonwill ein annähernd gleichseitiges Dreieck mit 10,5 cm Seitenlänge, für mittelwertige Artikulatormontage von Modellen verwendet.

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Bonwill- Klammer
Form einer Gussklammer durch Zusammenfassung zweier Doppelarmklammern mit Auflage zu einer Klammer

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Bonyhard Bela, (1899-1944, ungarischer Prothetiker)
Bonyhard Klammer: einarmklammer zur Befestigung eines Freiendsattels. Ein halbmondförmig beschliffener Kugelknopf wird von bukkal in die Infrawölbung geführt

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Borax
Kristallwasser enthaltendes Natriumsalz (Na2P4O7 o 10 H2O) der Tetraborsäure. Löst als (dann wasserfreie) Schmelze Metalloxide und verhindert weitere Oxidation der von der Borax-Schmelze bedeckten Metallflächen; Flussmittel (Pulver, in Lösung oder, mit Vaseline, pastös) beim Löten u. Gießen von metallischen Werkstoffen. Borax verzögert auch das Abbinden von Gips.

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Brenngutträger
feuerfeste Halterung oder Auflage aus zunderfreiem Metall oder Schamotte sie dient zur Einführung des mit Dentalkeramik beschichteten Werkstücks aus Metall in die Brennkammer des Brennofens. Die stabile Lagerung des Werkstücks erfolgt meist auf Stiften aus zunderfreiem Metall oder Aluminiumoxid. Gleiches gilt für vollkeramische Werkstücke.

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Brennofen /Keramikofen
programmgesteuertes, elektrisch beheiztes Gerät zum Brennen von geschichteter Dentalkeramik. Die Vorgänge Trocknen, Schließen der Brennkammer, Brennen bei gleichzeitiger Evakuierung, Fluten u. Öffnen der Brennkammer bei gleichzeitiger gesteuerter Abkühlung laufen automatisch ab

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Bruchfestigkeit
unspezifische, qualitative Kennzeichnung des Widerstandes eines Feststoffes/Werkstückes gegen mechanisches Versagen; spezifische quantitative Werte sind Biege-, Druck- u. Zugfestigkeit.

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Bruchspaltinfektion
Darunter versteht man das Eindringen bakterienhaltigen Speichels u. Detritus in offene Frakturen (überwiegend Unterkiefer), meist bei nicht ausreichend ruhig gestellter Fraktur, bewirkt neben einer Heilungsstörung die Ausbildung eines Bruchspaltabszesses oder einer Bruchspaltosteomyelitis. Infektionsgrund kann auch bei Versorgung zahnloser Kiefer durch Prothesenschienen mit Drahtumschlingung die Eröffnung der Mundschleimhaut infolge von Druckstellen sein.

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Bruxismus
langes, unphysiologisches Belasten der Zähne u. des Zahnhalteapparates; der Bruxismus kann dabei entweder zu mehr vertikalen (= Pressen) oder horizontalen (= Knirschen) Fehlbelastungen der Zähne führen. Schäden an der Zahnhartsubstanz u. am Parodont sowie Myoarthropathien können die Folge sein

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Brücke
Bei Verlust eines oder mehrerer Zähne kann die Brücke Lücken schließen. Das Gerüst für eine Brücke besteht aus Kronen für die begrenzenden Pfeilerzähne und aus Zwischengliedern, die die fehlenden Zähne ersetzen. Brückenersatz kann festsitzend oder abnehmbar sein. Parodontal getragener Zahnersatz, der über festsitzende Anker (Kronen) an Pfeilerzähnen befestigt ist. Auf eine Brücke einwirkende Kräfte werden ausschließlich von den Pfeilerzähnen aufgenommen. Eine Brücke besteht aus Brückenankern u. Brückenzwischengliedern. Brückenpfeiler sind Zähne, an denen Brückenanker befestigt sind. - abnehmbare mit Doppelkronen (Teleskopkronen) an natürlichen Zähnen oder Implantaten verankerte, vom Patienten abnehmbar; sie können im Gegensatz zu festsitzenden Brücken nach Verlust eines Brückenpfeilers erweitert werden. -bedingt abnehmbare die vom Zahnarzt, nicht aber vom Patienten herausgenommen werden kann. -einspannige mit einer Spanne; im Gegensatz zu mehrspannigen Brücken wird nur ein zahnfreier Kieferkammabschnitt durch Brückenzwischenglieder ersetzt. -festsitzende auf natürlichen Zähnen fest zementierte Brücke -geteilte die durch ein Geschiebe oder durch Doppelkronen in mehrere Teile gegliedert ist. Indikation bei fehlender gemeinsamer Einschubrichtung der Brückenpfeiler sowie bei Brückenankern mit geringer Retention am Pfeiler; - implantatgetragene die auf einem oder mehreren Implantaten verankert ist -provisorische B. für den Zeitraum zwischen Zahnpräparation u. Eingliederung des definitiven Ersatzes. Sie dient der Ästhetik, dem Schutz der beschliffenen Pfeiler u. stabilisiert Pfeiler u. Okklusion. Wird meistens vom Zahnarzt aus Kunststoffen gefertigt; nach dem Erhärten und Korrekturen wird die provisorische Brücke mit einem leicht entfernbaren Zement befestigt. Soll eine provisorische Brücke aus diagnostischen Gründen über einen längeren Zeitraum getragen werden, kann sie auch im Labor nach Abformung gefertigt werden. -unterspülbare deren Zwischenglieder durch Mundspeichel unterspülbar sind u. keinen Kontakt zur Kieferkammschleimhaut haben.

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Brånemark Implantat
zeitgenössischer Anatom, Göteborg Schraubenimplantat aus Titan

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Buccinator-Stütze
Teil des muskulären Haltemechanismus unterer Totalprothesen. Durch Auflagerung des musculus buccinator auf die Außenfläche einer im Bereich der Buccinator-Tasche ausgedehnten Unterkiefer-Totalprothese trägt der Muskel zur Stabilisierung der Prothese bei.

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Bukkalkorridor
Schattenzone zwischen Wangen und Zahnreihen beim Lachen. Zur Erzielung einer ästhetischen Wirkung sollte der Bukkalkorridor bei der Aufstellung künstlicher Zähne im Rahmen der Totalprothetik imitiert werden.

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bukkolinguale Höckertangente
Verbindungslinie der bukkalen u. lingualen Höcker eines Zahnes: Durch unterschiedliche Neigung im Bereich der Prämolaren und Molaren im Oberkiefer entsteht eine Verwindungskurve. Die Tangente im Bereich der Unterkiefermolaren bildet die Wilson Kurve.

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Bunsen Robert Wilhelm, (1811-1899, Chemiker, Heidelberg)
Gasbrenner (Bunsen Brenner) nach dem Saugprinzip, wodurch, meist regulierbar, Luft und Brenngas als brennbares Gemisch austreten u. mit einer bis ca. 1.650°C heißen Flamme verbrennen. Der Bunsen Brenner wird in zahntechnischen Labors hauptsächlich zum Modellieren mit verflüssigten Wachsen verwendet.

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