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Mehr als 500 TeilnehmerInnen kamen nach Velden an den Wörthersee
„DAS (zahnärztliche) TEAM“ lautete das Motto des diesjährigen Kärntner Seensyposiums, das von 1.-4.Mai bereits zum 9. Mal, diesmal in Velden/Wörther See stattfand und von der Zahnärztekammer gemeinsam mit der Landesinnung der Kärntner Zahntechniker veranstaltet wurde.
Mehr als 300 Zahnärzte und Zahntechniker folgten der Einladung zum breit gefächerten wissenschaftlichen Programm. Auch für die mehr als 200 angemeldeten zahnärztlichen Assistentinnen wurde parallel ein Mix aus Vorträgen und Workshops angeboten.
Neben den vielen höchst interessanten medizinischen Fachvorträgen war dem Thema Zahntechnik sowie Teamarbeit Zahnarzt-Zahntechniker breiter Raum gewidmet.
ZTM Alexander Kanotscher, Braunau, präsentierte als Weiterentwicklung die Verwendung eines Zirkonwerkstoffes mit erhöhter Transluzenz, das die Herstellung von Vollzirkonbrücken, die nur mehr bemalt und im sichtbaren Bereich verblendet werden, ermöglicht. Gleich darauf stellte ZTM Enrico Steger aus Südtirol, der Erfinder eines manuellen Zirkonfrässystems, die Vorzüge dieser Technik dar.
Gemeinsam referierten Dr. Martin Frank und ZTM Bernd van der Heyd, beide Nürnberg, in ihrem Vortrag über Restaurationen im sensiblen Frontbereich. Die möglichst optimale Zusammenarbeit von Zahnarzt und –techniker, aber auch dem Patienten, soll eine möglichst harmonische Integration des Zahnersatzes in das faziale Umfeld ermöglichen. Anhand von Patientenfällen beschrieben sie eine Vorgehensweise, die aus einer präzisenEingangsanalyse, der häufigen Verwendung von Langzeitprovisorien zur ästhetischen Feineinstellung und der Anfertigung der definitiven Versorgung möglichst aus Vollkeramik, besteht.
Rudolf Hrdina, ZTM aus Guntramsdorf/Wien, wies in seinem Referat auf die Wichtigkeit des Dialoges zwischen den „Teamplayern“ Arzt und Techniker hin, und zeigte einige Patientenfälle, die durch eine optimale interdisziplinäre Planung erfolgreich abgeschlossen werden konnten.
Bei seinem Vortrag in italienischer Sprache, unterhaltsam übersetzt von Kollegen Enrico Steger, wies ZTM Aldo Zilio, Vicenza, auf die breite Palette von Möglichkeiten hin, die in Zirkon mittels Kopierfrästechnik umgesetzt werden können. Gezeigt wurden zahlreiche hochästhetische Versorgungen, von der einfachen Ringstiftkrone bis hin zu komplexen Geschiebearbeiten oder Implantatsuprastrukturen.
Im Gegensatz dazu setzte ZTM Josef Schweiger, München, ganz auf die CAD/CAM-Frästechnik, die in den letzten Jahren einem anhaltend starken Wachstum unterliegt.
Am Abend fand in den eleganten Räumlichkeiten des Casinos Velden ein Galadinner statt, bei dem die Teilnehmer mit Köstlichkeiten aus der Restaurantküche verwöhnt wurden.
Am Samstag präsentierte u.a. ZTM Andreas Nolte (Münster) seine Konzepte zur Rekonstruktion oraler Gewebe, bei denen eine genaue faziale Analyse mittels professioneller Portraitfotografie und maximaler Einsatz von vollkeramischen Restaurationen im Vordergrund stehen.
Der Samstag Nachmittag bot den akademischen Wettstreit zweier Unikliniken, vertreten durch die beiden „Mannschaften“ Prof. Thomas Bernhard/ DDr. Martin Krainhöfer (Wien) und Prof. Dr. Walter Wegscheider/ Prof. Dr. Martin Lorenzoni (Graz). Vorgestellt wurden die jeweiligen Konzepte und Lehrmeinungen zu hybridprothetischen Versorgungsvarianten auf 2 bis 4 Restzähnen bzw. Implantaten. Das „Match“ entpuppte sich als ein Freundschaftsspiel, da sich einzelne Konzepte doch sehr ähnlich waren, die Vortragenden schafften es dennoch, während ihrer Referate Wiederholungen zu vermeiden, und boten auch den Zuhörern breiten Raum für Zwischenfragen und eine immer wieder einsetzende teils lebhafte Diskussion.
Am Sonntag konzentrierte sich das Angebot auf die kieferorthopädisch tätigen Kollegen: DDr. Karl-Peter Schwärzler, Schwarz, beschrieb in seinem Übersichtsreferat die verschiedenen Abstufungen beim Behandlungsbeginn von Klasse II/1 und Klasse III-Malokklusionen. Praktische Entscheidungskriterien für eine kombinierte abnehmbar-festsitzende bzw. rein festsitzende Behandlung begeisterten die anwesenden Kollegen.
Zum Abschluß der Veranstaltung lieferte Dr. Guido Sampermans, Heinsberg, einen Überblick über neue Konzepte in der Kieferorthopädie, angefangen von differenzierten Planungen, die Verwendung von neuen Materialien wie superelastische Bögen und selbstligierende Bracketsystemen, bis hin zu einem erfolgreichen Praxismarketing/Patientenmanagement.
Am 9. Kärntner Seensymposium nahmen mehr als 500 Personen – Zahnärzte, Zahntechniker und Assistentinnen – teil! Veranstalter und Publikum zeigten sich vom neuen Veranstaltungsort und dem breit gefächerten Programmangebot begeistert, auch das frühsommerliche Wetter und die wunderschöne Kärntner Seenlandschaft trugen zum großen Erfolg der Veranstaltung bei.
Im Namen der Landesinnung der Kärntner Zahntechniker bedanke ich mich recht herzlich beim Präsidenten der Kärntner Zahnärztekammer DI Dr. Karl-Anton Rezac für die vertrausnsvolle Partnerschaft und gute Zusammenarbeit sowie im Besonderen für die Organisation bei DDr. Martin Wiegele und DDr. Franz Karl Tuppy!
Richard Koffu
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