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Österreich: 03. April 2009
Unsere berechtigten Forderungen

Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass die Gesprächsbasis mit den Vertretern der Landeszahnärztekammern eine sehr gute und konstruktive ist. Dennoch gibt es eine Reihe von Defiziten, nicht erfüllten Vereinbarungen seitens der Zahnärztekammer und vor allem immer wieder unverständliches Abblocken, sobald von mir bestimmte Themen angesprochen werden. Höchst unverständlich ist mir, warum bei den Kammervertretern der Zahnärzte, angesichts einer sich so rasant ändernden Marktsituation, nicht mehr Aufgeschlossenheit herrscht. In Brüssel werden weit reichende Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen sind schon jetzt absehbar. Allein der Hartlauer-Einspruch hat das wieder deutlich gezeigt. Sicher ist, dass sich Vieles am österreichischen Dentalmarkt verändern wird – und bestimmt nicht zu unser aller Gunsten! Sollte die Bedarfserhebung fallen, werden die Nachteile für beide Berufsgruppen eklatant.

Nur die gewerblichen zahntechnischen Labors bilden Zahntechniker aus, nehmen dafür hohe Kosten in Kauf, um sie danach an die Praxislabors mit ihrem Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Gewerbliche Labors unterliegen strengsten rechtlichen Auflagen – vom Gewerberecht bis hin zum Medizinproduktegesetz. Praxislabors hingegen sind davon ausgenommen. Sogar ein Erlass des Wirtschaftsministeriums macht es deutlich, dass Zahnärzte aufgrund ihrer einschlägigen medizinischen Ausbildung nicht über die nötige Befähigung verfügen, ein zahntechnisches Labor zu führen. Auch aus diesem Grund sind die Gleichstellung des Praxislabors mit dem gewerblichen Labor und eine Aufwertung des Zahntechnikermeisters in seinen Kompetenzen unbedingt erforderlich.

Es wäre äußerst schade und kontraproduktiv, wenn Gesetzeskeulen aus Brüssel seriös gewachsene Strukturen von Zahnärzten und Zahntechnikern nachhaltig negativ beeinflussten. Wenn nicht bald ein Konsens erreicht wird, wird es viele Verlierer geben: Zahnärzte, Zahntechniker und Patienten. Für uns Zahntechniker wird es besonders dramatisch, denn gerade uns wird aufgrund nicht nachvollziehbarer Blockadepolitik der Bundeszahnärztekammer die allerletzte Chance genommen, sich im ohnehin ungleichen Wettbewerb noch irgendwie behaupten zu können. Wir Zahntechniker haben alle getroffenen Vereinbarungen eingehalten, das erwarte ich mir nun auch vom anderen Vertragspartner. Die Gesprächsbereitschaft der Zahnärzte-Vertreter kann wirklich nicht dort enden, wo berechtigte Forderungen seitens der Zahntechniker beginnen.

Euer

Richard Koffu
 


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