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Österreich: 03. April 2009
Heiteres Bezirksgericht

Vor einiger Zeit ereilte mich ein Anruf der besonderen Art: Am andern Ende des Telefons meldete sich ein Richter von einem österreichischen Bezirksgericht. Seine Anfrage an mich war mehr als amüsant, denn er wollte von mir als Bundesinnungsmeister wissen, ob in unserer Branche Schwarzarbeit üblich sei. Hintergrund seiner etwas bizarren Frage sei ein heikler Scheidungsfall, den er derzeit zu behandeln habe. Es ginge um einen Zahntechniker, der der klagenden Partei (also seiner künftigen Ex), nicht genug zahlen will. Sie behauptet standhaft, er besäße sehr wohl Geld, denn er arbeite am Finanzamt vorbei, und sein Einkommen stimme nicht mit dem überein, was der Steuerbescheid aussagt. Zuerst habe ich es für einen Scherzanruf á la Ö3-Callboy gehalten, der Richter war aber echt und seine Anfrage ernst gemeint. Ich habe ihm klar gemacht, dass sich in unserer Branche Schwarzarbeit niemand leisten kann. In Zeiten wie diesen ist es unmöglich, auch nur einen einzigen Cent am Finanzamt vorbei zu schummeln. Und für meine Kollegen, die allesamt seriös ihre gewerblichen Labors betreiben, lege ich als Bundesinnungsmeister die Hand ins Feuer.


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