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Kärnten: 03. Mai 2009
Die Zahntechniker im Zeichen der Globalisierung

Nicht nur Nachbarländer haben längst den österreichischen Zahnpatienten als Kunden erkannt und ihr jeweiliges Angebot entsprechend forciert. Auch wenn sich Patienten vermeintlich im Ausland billigeren Zahnersatz erhalten – so bleibt doch die Frage nach der Qualität der Arbeiten meist mehr als hinterfragenswert.

Wenn Patienten nach Zahnbehandlungen im Ausland mit Problemen in eine heimische Ordination kommen, bleibt dem Zahnarzt nichts anderes übrig, als sie abzuweisen. ZTM Richard Koffu, Bundesinnungsmeister der österreichischen Zahntechniker: „Es ist nicht einmal feststellbar, welche Materialien verwendet wurden. Ein Eingriff wäre zu riskant, würde zu weiteren Schäden führen und der Zahnarzt und der Zahntechniker müssten obendrein auch noch die Gewährleistung für ausländischen Pfusch übernehmen! Wer billig kauft, kauft eben teuer!“ Rechnet man nun den Mehraufwand für Nachbehandlungen im Ausland hinzu, relativiert sich die Kostenersparnis und der geglaubte Preisvorteil dreht sich ins Gegenteil um. Von Haftung oder Medizinproduktegesetz gar nicht zu reden! Koffu: „Für die österreichischen Zahntechniker besteht ein sehr hoher Ausbildungsstandard und strenge Bedingungen im Rahmen derer sie ihr Handwerk ausüben dürfen. Kein Mensch weiß, ob jene Personen, die z.B. in asiatischen Großlabors Zahnersatz herstellen, auch über die nötige Qualifikation verfügen? Einen fernöstlichen Zahntechniker kümmert es auch nicht, ob der von ihm gefertigte Zahnersatz einem Patienten 8000 Kilometer weit entfernt auch passt. Daher muss die Konformitätserklärung rasch eingeführt werden!“

Österreich hinkt dabei international nach. Das ist insofern unerklärlich, da selbst Länder wie Deutschland und Großbritannien, die die Einführung in Brüssel lange Zeit blockiert, diese inzwischen – auch im Sinne des Konsumentenschutzes – auf nationaler Ebene umgesetzt haben.

Zahntourismus ist und bleibt ein medizinisches Roulettespiel

Zahnersatz aus dem Ausland kann sicher ein Schnäppchen sein und ein paar Euro sparen helfen, allerdings gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft dazu. Koffu: „Wir sehen das immer wieder, die Qualität der ausländischen Arbeiten ist meist sehr gering, Folgeschäden sind vorprogrammiert. Dazu gibt es Studien von renommierten Instituten, die das eindeutig belegen. Auf Sicht gesehen zahlen Schnäppchenjäger drauf!“

Die Zahntechniker haben es aber mittlerweile nicht nur mit Konkurrenz aus den Nachbarstaaten zu tun, sondern aufgrund der immer schnelleren Kommunikationstechniken auch mit jener aus asiatischen Billigstlohnländern. Koffu: „Reines Profitdenken darf nicht zulasten der Patientengesundheit gehen!“

Erfolg durch Service und Qualität

Die Antwort auf solche Marktirritationen kann daher nur spezielles Service und Qualität lauten. Und diese haben eben ihren Preis. Grundsätzlich ist es für die Zahnärzte legitim, preisbewusst einzukaufen, der Sinn kann aber nicht darin liegen, bei zahntechnischen Leistungen ein paar Euro zu sparen, um sie im Gegenzug dem Finanzamt zu überweisen. Das Einkommen so mancher Zahntechniker, ist auf einem bedenklich niedrigen Stand! Nur gesunde Betriebe können investieren und innovativ sein. Koffu: „Daher muss auch seitens der Zahnärztekammer Interesse bestehen, dass heimische Zahnärzte mit heimischen Zahntechnikern partnerschaftlich zusammenarbeiten, um somit höchste Patientenzufriedenheit zu garantieren.“


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