Editorial Rot&Weiss 5/2017: WIE IM GROSSEN SO IM KLEINEN

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in Österreich ist in den vergangenen Monaten viel politisiert worden. Jetzt sind die Natio- nalratswahlen geschlagen und demnächst wird sich eine neue Regierung formieren. Es kann sein, dass es bis dahin noch zähe Ver- handlungen gibt. Jeder will seine Themen im Regierungsprogramm unterbringen, jeder möglichst viele seiner Vorstellungen umsetzen. Und oft geht es dabei nicht so sehr um die Sa- che, sondern vielmehr darum, alte Strukturen zu erhalten und seine Klientel zu bedienen.

Wenn man so will, spielt sich in der Standes- politik das Große im Kleineren ab. Auch wir als Bundesinnung haben Themen, die wir umsetzen wollen und bestimmte Ideen, wie das am vernünftigsten gehen könnte. Aber es gibt auch andere Interessensvertretungen mit ganz anderen Vorstellungen. Und auch in der Standespolitik gibt es Gegenwind, wenn man Dinge verändern will, wenn man Altes aufbrechen will, um sich für neue Zeiten zu rüsten – und wenn man gegen faule Kompro- misse auftritt. Damit müssen auch wir in der Bundesinnung leben. Denn auch das ist Politik: Einerseits geht es um Visionen für die Zukunft und andererseits darum auszuloten, was mög- lich ist, und dann bestmöglich zu verhandeln.

In den vergangenen Wochen haben wir vor allem in Sachen Kollektivvertrag gearbeitet. Wie berichtet, streben die Arbeitnehmerver- treter einen neuen KV für Zahntechniker an. Derzeit führen wir dazu laufend Gespräche und verhandeln mit Gewerkschaft und Arbeiter- kammer. Ein weiteres Anliegen, für das wir uns derzeit einsetzen, ist unser neues Berufsbild. Da sich längst alles um uns herum verändert, müssen wir unseren Beruf ganz grundlegend neu denken. Dazu wird natürlich nötig sein, junge Zahntechniker zu digitalen Experten auszubilden. Unser Konzept, wonach die ei- gentliche Zahntechniklehre drei Jahre dau- ert und dann von einem weiteren Jahr mit Schwerpunkt digitale Technik gefolgt wird, ist aus unserer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung. Leider sind auch hier die Interes- sen der Arbeitnehmervertreter anders gela- gert. Sie wollen bei einem Vierjahresmodell bleiben – auch wenn sie vor ein paar Jahren selbst von einer dreijährigen Lehre geredet haben. Wir sind allerdings der Meinung, dass das vierte Jahr, das Talenten dazu dienen soll, sich weiter zu spezialisieren, unseren Beruf weiter bringen würde. Natürlich wäre es nicht so, dass digitale Fertigkeiten drei Jahre nicht vorkommen – während der gesamten Lehre werden sie immer wieder angestreift und Labo- re mit entsprechender Ausstattung werden ihre Lehrlinge ohnehin schon vorher darin schulen.

Dass diese Themen nicht nur uns in Österreich betreffen, liegt auf der Hand. Die Dentalbran- che ist längst ein globalisiertes Feld. Die Arbeit der Bundesinnung wird übrigens nicht nur in Österreich wahrgenommen, sondern weit dar- über hinaus. Immer wieder kommen Standes- vertretungen anderer Länder auf uns zu, laden uns zur Diskussion ein. So steht ein Treffen in Tschechien an, zu dem wir geladen wurden. Dort werden auch Zahntechniker aus weiteren EU-Ländern vertreten sein. Wann immer wir mit Kollegen anderer Länder sprechen, merken wir, dass sie die gleichen Themen umtreiben – dass sie vor den gleichen Herausforderungen stehen wie wir.

Die Zahntechnik muss sich auf Veränderungen einlassen, muss Wege finden, Nischen zu be- setzen. Unsere Techniker müssen Experten im Handwerk wie im Digitalen sein. Dazu müssen wir alle uns bewegen. Dazu müssen sich aber vor allem die Arbeitnehmervertreter bewegen, wenn sie sich den angestellten Zahntechnikern wirklich verpflichtet fühlen. Nur wenn wir den Beruf neu aufstellen und uns neu orientieren, wird er auch längerfristig eine Zukunft haben. Dann kann auch das Kleine im Großen weiter bestehen.

 

Euer

sign koffu

Richard Koffu

Editorial Rot&Weiss 1/2019: CHANCEN VON MORGEN

Editorial Rot&Weiss 1/2019: CHANCEN VON MORGEN

Es geht immer weiter. Die Zeit, in der wir leben, ist schnelllebig, unsere Gesellschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Und mit ihr wandelt sich auch unsere Arbeitswelt, die Zahntechnik, rasant. Die große Herausforderung, die uns als Bundesinnung der Zahntechniker seit einiger Zeit umtreibt und bestimmt noch länger beschäftigen wird, ist die Digitalisierung. Wir sehen es als eine ganz zentrale Aufgabe, die Weichen für unseren Beruf so gut es nur geht Richtung Zukunft zu stellen.

Mehr erfahren


INTERVIEW ZAHN ARZT, NR.9, SEPTEMBER 2018: „ES WIRD AUCH ZUM ABBAU VON ARBEITSPLÄTZEN KOMMEN“

INTERVIEW ZAHN ARZT, NR.9, SEPTEMBER 2018: „ES WIRD AUCH ZUM ABBAU VON ARBEITSPLÄTZEN KOMMEN“

Interview mit Richard Koffu, Bundesinnungsmeister der heimischen Zahntechniker, über die zukünftigen Herausforderungen eines Berufes, in dem er seitfast vier Jahrzehnten tätig ist.

Mehr erfahren


Editorial Rot&Weiss 3/2018: BEI 4.0 IST NOCH NICHT SCHLUSS

Editorial Rot&Weiss 3/2018: BEI 4.0 IST NOCH NICHT SCHLUSS

Die Zeiten haben sich geändert. Und vieles von dem Neuen um uns herum ist digital. Das merken wir nicht nur als Zahntechniker im Arbeitsalltag, weil immer mehr zahntechnische Arbeiten mit neuen, mit modernen digitalen Mitteln angefertigt werden können und immer mehr Labore diese in ihre Ausstattung integriert haben. Wir haben es in den vergangenen Wochen und Monaten auch als Unternehmer gemerkt, die ihre Firmen und Prozesse ein Stück umgestalten mussten, um der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU zu entsprechen.

Mehr erfahren



ORF Sendung konkret vom 21.12.2017 - Konformitätserklärung

ORF Sendung konkret vom 21.12.2017 - Konformitätserklärung

Der Beiträg kann nun direkt hier aufgerufen und angesehen werden

Mehr erfahren


Editorial Rot&Weiss 2/2018: WAS SICH ALLES TUT

Editorial Rot&Weiss 2/2018: WAS SICH ALLES TUT

In unserem Beruf verändert sich gerade einiges. Einerseits haben sich die Mittel, mit denen Zahnersatz hergestellt wird, ganz klar in Richtung digital verschoben. Unser Alltag als Zahntechniker sieht heute in vielen Laboren schon ganz anders aus als vor einem Jahrzehnt. Viele Kolleginnen und Kollegen haben digitale Methoden bereits in ihren Alltag integriert. Und das ist gut so. Denn nur Betriebe, die jetzt den Anschluss nicht verpassen, werden auch in Zukunft erfolgreich sein.

Mehr erfahren


DSGVO - 25.05.2018

DSGVO - 25.05.2018

Die Bundesinnung der Gesundheitsberufe/Zahntechniker hat für ihre Mitgliedsbetriebe branchenspezifische Unterlagen und Muster zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erarbeitet. 

Mehr erfahren


Noch nicht genug?

Noch nicht genug?

Wieder wurde eine neue Satzung der Lehrlingsentschädigung gegen den Widerstand der Bundesinnung der Zahntechniker durchgesetzt. Dabei gingen die Lehrlingszahlen bereits seit der letzten Erhöhung dramatisch zurück.

Mehr erfahren



Editorial Rot&Weiss 1/2018: ÜBER SCHNELLE INFOS

Editorial Rot&Weiss 1/2018: ÜBER SCHNELLE INFOS

Das Tempo, mit dem sich Nachrichten verbreiten, hat zugenommen. Heute erfahren wir von allem Möglichen ganz unmittelbar – auf unseren Notebooks, Tablets und vor allem unseren Smartphones. Nur leider ist das in sehr vielen Fällen alles andere als fundiert – weder stimmt unbedingt, was als Nachricht verkauft wird, noch haben manche, die sich sehr laut äußern, eine Ahnung, wovon sie sprechen. Mit dem Tempo ist die Qualität der Inhalte leider nicht mitgewachsen.

Mehr erfahren


ORF Sendung Bewusst Gesund vom 27.01.2017 - 3D Scanner ersetzt Abdruck

ORF Sendung Bewusst Gesund vom 27.01.2017 - 3D Scanner ersetzt Abdruck

Der Beiträg kann bis zum 02.02.2018 abgerufen werden

Mehr erfahren


Die Lehre von morgen – neues Berufsbild, neuer Lehrplan

Die Lehre von morgen – neues Berufsbild, neuer Lehrplan

Das neue Berufsbild kommt nach langem Widerstand der Arbeitnehmerseite doch. Nach der Einigung, die Ende 2017 zustande kam, wurde das Konzept der Bundesinnung der Zahntechniker übernommen. Ab Anfang Juni werden junge Zahntechniker dann nach dem neuen Modell ausgebildet. Ein Überblick über die Lehre neu.

Mehr erfahren


Editorial Rot&Weiss 6/2017: WIE ES WAR

Editorial Rot&Weiss 6/2017: WIE ES WAR

Dieses Jahr, man muss es so sagen, hat für uns Zahntechniker nicht sehr erfreu- lich begonnen. Im Bundeseinigungsamt gab es zwar eine Einigung über eine neue Lehrlingsentschädigung – nur wurde die Position der Bundesinnung nicht angehört. Die neue Satzung ist schließlich so absurd hoch ausgefallen, dass klar war, welche Fol- gen sie haben musste. Und mittlerweile ist es genauso gekommen, wie wir es befürchtet hatten: In Österreich gibt es immer weniger Lehrlinge in zahntechnischen Labors. Viele Betriebe wollen sich keine mehr leisten, an- dere könnten nicht, selbst wenn sie wollten. Die Lehrlingszahlen sind heuer um bis zu zwei Drittel zurückgegangen. Gerade heute, wo sich der Beruf so gravierend wandelt, wäre es aber umso wichtiger, vielversprechende junge Menschen so auszubilden, dass sie und die Zahntechnik eine gute Zukunft haben.

Mehr erfahren


Editorial Rot&Weiss 5/2017: WIE IM GROSSEN SO IM KLEINEN

Editorial Rot&Weiss 5/2017: WIE IM GROSSEN SO IM KLEINEN

In Österreich ist in den vergangenen Monaten viel politisiert worden. Jetzt sind die Natio- nalratswahlen geschlagen und demnächst wird sich eine neue Regierung formieren. Es kann sein, dass es bis dahin noch zähe Ver- handlungen gibt. Jeder will seine Themen im Regierungsprogramm unterbringen, jeder möglichst viele seiner Vorstellungen umsetzen. Und oft geht es dabei nicht so sehr um die Sa- che, sondern vielmehr darum, alte Strukturen zu erhalten und seine Klientel zu bedienen.

Mehr erfahren


Editorial Rot&Weiss 4/2017: ABWARTEN GEHT NICHT

Editorial Rot&Weiss 4/2017: ABWARTEN GEHT NICHT

Die Zeiten haben sich geändert. Zahntechnik ist nicht mehr, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten war. Darüber brauchen wir uns keine Illusionen machen. Einfach nur solides Handwerk zu liefern, ist längst zu wenig. In den kommenden Jahren wird sich das noch weiter zuspitzen. Manche Arbeiten, die wir heute noch von Hand machen, wird es in Zukunft nur noch maschinell gefertigt geben, bei einigen ist das bereits der Fall. Die Zahntechnik befindet sich wie viele andere Branchen im Umbruch.

Mehr erfahren